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© Stadt Waidhofen a/d Ybbs
Die Gemeinde Waidhofen an der Ybbs in Österreich erarbeitete ein Konzept für eine klimaschonende nachhaltige Entwicklung eines 60.000 m2 großen interkommunalen Gewerbeparks mit Grünflächen, Regenwassermanagement und Energieeffizienzmaßnahmen. Spezifische Gestaltungselemente mindern die Auswirkungen starker Regenfälle und extremer Temperaturen und erhöhen gleichzeitig die Attraktivität sowohl für Unternehmen als auch für Bürger.
Der interkommunale Gewerbepark Kreilhof ist ein ehemaliges landwirtschaftliches Areal, das von der Gemeinde Waidhofen im Rahmen einer Flächenumwidmung erworben wurde. Das Grundstück erstreckt sich über eine Fläche von ca. 60.000,00 m2 und liegt im Ybbstal, ca. 3,5 km vom Ortszentrum Waidhofen entfernt.
Das Gebiet wird derzeit im Rahmen von Einzelverträgen an Unternehmen weiterverkauft oder vermietet, die an die Einhaltung spezifischer Umweltbedingungen gebunden sind. Es dient als Pilotprojekt für eine nachhaltige, klimaintelligente Standortentwicklung, um gleichzeitig Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel aufzubauen und Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Ein umfassender Maßnahmenkatalog legt Vorgaben für den gesamten Betriebsstandort und für energieeffiziente Betriebsgebäude fest.
Die gesamte Standortentwicklung wird von der Gemeinde durchgeführt. Das Standortdesign umfasst verschiedene Faktoren wie öffentliche Verkehrsmittel, sichere Fußgänger- und Radwege, alternative Energie- und Wärmeversorgung, durchlässige Parkflächen und ein effektives Regenwassermanagement, das vor Ort so viel Wasser wie möglich speichert. Nur durch diese ganzheitliche Planung, die Minderung und Anpassung verbindet, können nachhaltige und zukunftssichere Geschäftsfelder geschaffen werden.
Beschreibung der Fallstudie
Herausforderungen
Waidhofen an der Ybbs ist eine Stadt in Niederösterreich. Die Stadt hatte nach der Volkszählung von 2001 11.662 Einwohner und eine Fläche von 131,56 km2. Die Stadt liegt in den sanften Hügeln des Mostviertels und zeichnet sich durch eine malerische Landschaft mit Wäldern, Wiesen und den Ybbstaler Alpen im Hintergrund aus.
Die Jahresdurchschnittstemperatur in der Region lag zwischen 1971 und 2000 bei 8,0 °C. Die Daten zeigen, dass die Temperatur kontinuierlich ansteigt; 2018 lag bereits 2,5 °C über diesem langjährigen Durchschnitt. Das bereits spürbar hohe Temperaturniveau der letzten Jahre wird auch in Zukunft weiter zunehmen. Die Lufttemperatur steigt im Sommer in allen Klimasimulationen stark an. Bei höheren Temperaturen nimmt auch die Anzahl der heißen Tage pro Jahr zu, die sich etwa auf 11 Tage verdoppeln, was zu einem weiteren Anstieg des Hitzestresses führt. Darüber hinaus wird die Anzahl der nassen Tage in naher Zukunft voraussichtlich zunehmen, mit einem leichten Anstieg des jährlichen Gesamtniederschlags. Es wird erwartet, dass der Sommer weiterhin mehr Niederschlag bringt als Herbst, Winter und Frühling (Klimaanpassungskonzept KLAR!)). Diese Daten zeigen, dass neue Geschäftseinrichtungen klimaresilient gestaltet werden müssen, um die Auswirkungen des Klimawandels auf die Produktions-, Speicher- und Vertriebskomponenten der Wertschöpfungskette abzumildern.
Die Hauptherausforderung bestand darin, eine ressourceneffiziente Gesamtstandortentwicklung zu entwickeln, die mehrere Bedürfnisse und Ziele umfasst und ausbalanciert. Dazu gehören die Sicherstellung öffentlicher Verkehrsanbindungen, sichere Fußgänger- und Radwege, alternative Energie- und Wärmeversorgung, durchlässige Parkflächen und ein effektives Regenwassermanagement, das vor Ort so viel Wasser wie möglich speichert. Gleichzeitig soll der Gewerbepark für Unternehmen attraktiv und bezahlbar sein.
Politischer und rechtlicher Hintergrund
Im Rahmen des Projekts „Climate Change Adaptation Model Regions for Austria - KLAR!“sind alle Gemeinden des Landkreises Amstetten und der Stadt Waidhofen/Ybbs Mitglieder einer spezifischen KLAR! Region. Diese Region entspricht den ehemaligen Regionen "KEM Amstetten Nord" und "KEM Amstetten Süd", die es seit 2010 gibt. Das KLAR!-Regionenprojekt wurde 2019 gegründet und ist ein großer Treiber für die Anpassung an den Klimawandel in Österreich. Das vom Österreichischen Klima- und Energiefonds geförderte Projekt bietet Kommunen einen prozessorientierten Ansatz, um für die Anpassung an den Klimawandel zu sensibilisieren und konkrete Maßnahmen auf regionaler Ebene umzusetzen. Die Kommunen hatten die Möglichkeit, die Hälfte der Kosten für eine Personenstelle für 6 Jahre und für die Umsetzung einiger Anpassungsmaßnahmen zu decken. Dies motivierte die Kommunen, sich an dem Projekt zu beteiligen.
Die aktuellen Änderungen des Niederösterreichischen Raumordnungsgesetzes (NÖ ROG) und des Niederösterreichischen Baugesetzbuches eröffnen Kommunen einen größeren rechtlichen Handlungsspielraum zur Umsetzung klimaschonender und energieeffizienter Wirtschaftsstandorte. Sofern das Grundstück gesichert ist, können Bestimmungen auch über privatrechtliche Vereinbarungen getroffen werden. Das sind zum Beispiel Stadtentwicklungsverträge im Rahmen des Grundstücksverkaufs. Anhand von Erfahrungen aus Praxisbeispielen berät derInvestorservice „ecoplus“ Kommunen bei der Entwicklung und Umsetzung klimaschonender Wirtschaftsstandorte. Ecoplus ist die Wirtschaftsagentur Niederösterreichs, ein zu 100% in Landesbesitz befindliches Unternehmen, das Wirtschaft und Politik, Unternehmen und Verwaltungen, Investoren und Initiatoren regionaler und internationaler Projekte verbindet. Der Schwerpunkt liegt auf der Förderung von Projekten, die für die regionale Wirtschaft wichtig sind.
Politischer Kontext der Anpassungsmaßnahme
Case developed and implemented as a climate change adaptation measure.
Ziele der Anpassungsmaßnahme
Das übergeordnete Ziel der Standortentwicklung war es, einen neuen Climate Smart Business Park zu schaffen, um gleichzeitig die Anpassung an den Klimawandel und die Eindämmung des Klimawandels anzugehen und gleichzeitig Grünflächen zu schaffen, die die Attraktivität des Standorts für Unternehmen erhöhen.
Wie im Masterplan für den Gewerbepark berichtet, bestehen die spezifischen Ziele des Projekts darin, Landschaftskorridore einzurichten oder zu erhalten, attraktiven öffentlichen Raum und Wege zu stärken und zu schaffen, die nahe gelegene Attraktionen und Naturgebiete verbinden, Nachhaltigkeit in Entwicklung und Bau sicherzustellen und einen geringen ökologischen Fußabdruck zu erzeugen.
In diesem Fall implementierte Anpassungsoptionen
Lösungen
Das Gewerbeparkprojekt wurde vom Land Niederösterreich als "Leuchtturmprojekt" für eine klimaschonende und nachhaltige Gewerbeflächenentwicklung unterstützt. Es gilt als Modell für andere Gemeinden in der Region (z.B. Schwechat, Guntramsdorf, Pottendorf). Das Land wurde früher für die Landwirtschaft genutzt und dann in ein Geschäftsgebiet umgewandelt. Dies erforderte eine rechtliche Änderung der Flächennutzung von der Landwirtschaft auf Gewerbeflächen. Der Gewerbepark bedient sechs Gewerbebetriebe und 12.000 Quadratmeter Fläche für kommunale Betriebe.
Die gesamte Standortentwicklung maximiert die Nutzung von Wasser- und Energieressourcen, indem verschiedene Ziele wie die Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), sichere Fuß- und Radwege, alternative Energie- und Wärmeversorgung, durchlässige Parkflächen und ein effektives Regenwassermanagement berücksichtigt werden, um vor Ort so viel Wasser wie möglich zu speichern. Nur durch diese ganzheitliche Planung können nachhaltige und zukunftssichere Geschäftsfelder geschaffen werden.
Spezielle Gestaltungselemente halten klare Sichtlinien in die Landschaft wie den Blick auf das Ybb-Tal, die Stadt und das Rabenberg-Gebirge. Sie erhöhen die allgemeine Attraktivität der Website. Ein gemeinsamer Parkplatz vermeidet das Parken entlang der umliegenden Straßen. Darüber hinaus sind versiegelte Bereiche minimal, mit mehreren Elementen des grünen Designs.
Der gewählte Ansatz verbindet Klimaschutz (z. B. 50 % der offiziell vorgeschriebenen oder tatsächlich gebauten Parkplätze sind für Elektromobilität) und Anpassung. Die wichtigsten Anpassungsmaßnahmen tragen dazu bei, den durch den Klimawandel und den übermäßigen Wasserverbrauch veränderten hydrologischen Kreislauf wiederherzustellen. Es wird erwartet, dass sie den Wasserabfluss bei starken Regenereignissen reduzieren und die Wasserinfiltration im Boden erhöhen. Sie wirken auch den zu erwartenden steigenden Temperaturen entgegen, indem sie öffentliche Grünflächen anbieten. Die Anpassungsmaßnahmen umfassen:
Erstellung eines Grünflächenkonzeptes für das Firmengelände.
Regenwassermanagement (z.B. Zisternen, durchlässige Aussenflächengestaltung, 1000 m durchlässige Wege)
Baumpflanzung (150 Bäume, die in öffentlichen Räumen und öffentlichen Straßen gepflanzt werden).
Parkplatzgestaltung mit durchlässigen Flächen (z.B. Rasengitter).
Die oben genannten Anpassungsmaßnahmen werden von den Designentwicklern festgelegt und gelten für die gesamte Website. Weitere konkrete Maßnahmen sind in privatrechtlichen Vereinbarungen im Rahmen der Grundstücksverkaufsverträge festgelegt. Während diese Maßnahmen hauptsächlich auf Energieeinsparung (Klimaschutz) ausgerichtet sind, tragen die meisten auch zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen bei, die möglicherweise vom Klimawandel betroffen sind (z. B. thermischer Komfort während Hitzewellen). Diese Maßnahmen umfassen:
Angemessene Grünflächengestaltung der unbebauten Fläche (Ziel: 50% der unbebauten Fläche).
Durchlässige Parkplätze (z. B. mit Rasenpflastern), sofern dies technisch machbar und für den vorgesehenen Verwendungszweck praktikabel ist.
Oberflächenwasserinfiltration (Dach, gepflasterte Freiflächen) auf Privatgrundstück.
Wiederverwendung von Grauwasser (z. B. aus Waschbecken, Waschbecken, Duschen).
Gründächer oder Photovoltaik auf dem Dach.
Ökologisch zertifizierte Baustandards.
Senkung des Heizbedarfs von Gebäuden (derzeit 15% über der Norm)
Mechanische Lüftungsanlagen, sofern technisch und objektspezifisch machbar.
"Bauteilaktivierung", sofern dies innovativen Bauweisen (Holzbau) nicht entgegenwirkt.1
Vermeidung von Verbrennungsprozessen mit Gas, Öl und Kohle (keine Gas-/Ölheizung).
Zusätzliche Details
Beteiligung der Stakeholder
Die Beteiligung der Interessenträger wurde gemäß den österreichischen Gesetzen für Fälle der Flächenumwidmung organisiert. Dies bedeutet, dass die Bürger die Möglichkeit haben, ihre Meinung über die Umwidmung zu teilen. Um mögliche Konflikte zu reduzieren, wurde auch eine zusätzliche Informationsveranstaltung für Interessenträger organisiert, um die Pläne vorzustellen und zu diskutieren. Die wichtigsten behandelten Themen waren mögliche Lärm- und Geruchsemissionen aus dem neuen Entwicklungsgebiet und die Organisation des Verkehrs.
Erfolgsfaktoren und limitierende Faktoren
Der wichtigste Erfolgsfaktor war, dass die Gemeinde Waidhofen das Gebiet von Landwirten kaufte und in den Weiterverkaufsverträgen an Unternehmen Umweltbedingungen festlegen konnte. So waren die Unternehmen verpflichtet, mindestens 50 % der von der Gemeinde zur Verfügung gestellten durchlässigen Parkplätze zu mieten. Darüber hinaus mussten die meisten der im Abschnitt „Lösungen“ aufgeführten Maßnahmen von Unternehmen umgesetzt werden.
Ein weiterer Erfolgsfaktor war die Entwicklung des Areals unter Einbeziehung interkommunaler Aspekte. Anstelle des „Silodenkens“ und der eigenständigen Entwicklung von Gewerbeparks in jeder Gemeinde der Region hat die Zusammenarbeit zu einem regional vereinbarten Standort des Parks geführt. Durch die koordinierte Entscheidung wurde das Risiko von Umweltauswirkungen durch die Entwicklung mehrerer konkurrierender Gewerbeparks in der Region verringert.
Ein weiterer Erfolgsfaktor ist die Möglichkeit, die Straßen innerhalb des Gewerbeparks für öffentliche Aktivitäten wie Skaten, Wanderhunde, Radfahren zu nutzen, da die Straßen öffentlich sind. Insbesondere an den Wochenenden wird der Park häufig von Einheimischen genutzt. Es wird erwartet, dass dies das Wohlbefinden der Menschen in der Nähe verbessert, die den Park kostenlos nutzen können.
Aufgrund dieser Erfahrungen haben auch andere Industriegebiete klimaintelligente Kriterien vorgegeben (z.B. Gemeinden Schwechat, Guntramsdorf, Pottendorf). Diese Kriterien werden durch spezifische Standortentwicklungspläne oder private Verträge festgelegt.
Kosten und Nutzen
Die Gesamtkosten des Projekts beliefen sich auf 1,3 Mio. EUR. Neben der Stärkung der Klimaresilienz und der Verringerung der Treibhausgasemissionen sind wichtige Nebeneffekte eine erhöhte Attraktivität des Gebiets für Unternehmen und eine bessere Lebensqualität für Arbeitnehmer und Bürger. Weitere geringere Wartungskosten sind aufgrund der erhöhten Energieeffizienz zu erwarten. Es gibt auch potenzielle Vorteile für die biologische Vielfalt aufgrund neuer bepflanzter Gebiete, einschließlich neuer gepflanzter Bäume. Die Instandhaltungskosten, die von der Gemeinde für die Grünflächenbewirtschaftung getragen werden, betragen etwa 10.000 Euro pro Jahr, für das Beschneiden von Bäumen etwa 1.000 Euro pro Jahr. Dies wird durch eine Parkplatzmiete von 300 Euro pro Jahr querfinanziert. Rund 60 Parkplätze stehen zur Verfügung.
Implementierungszeit
Die Tätigkeit begann im August 2019, als die Planung begann. Die Arbeiten endeten im Dezember 2022.
Lebensdauer
Der Gewerbepark hat keine vordefinierte Lebensdauer, da er voraussichtlich so lange hält, bis er benötigt wird, und wirtschaftlich rentabel ist. Die meisten Anpassungsmaßnahmen, die im neu gebauten Park umgesetzt werden, haben eine Mindestlebensdauer von 20 Jahren.
Referenzinformationen
Kontakt
Waidhofen a.d. Ybbs municipality
Stabstelle Standort- und Organisationsentwicklung
Referenzen
Veröffentlicht in Climate-ADAPT: Dec 15, 2025
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