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Das TourismusMarketing Niedersachsen initiierte einen Prozess zur Bekämpfung des Klimawandels, indem es Anpassungsstrategien für die 15 Tourismusregionen in Niedersachsen entwickelte und deren praktische Umsetzung unterstützte.

Wichtige Erkenntnisse

Über die Region

Klimabedrohungen

Von 1881 bis heute stieg die Jahresmitteltemperatur in Niedersachsen um 1,5°C. Darüber hinaus verschieben sich die Wetterextreme, da mehr Sommertage mit Temperaturen über 25°C und weniger Frosttage mit Temperaturen unter 0°C verzeichnet wurden. Der jährliche Niederschlag ist um etwa 80 mm gestiegen. Dieser Anstieg ist vor allem im Herbst und Winter zu erkennen. Zur gleichen Zeit sind trockenere Frühlinge und Sommer mit gelegentlichen starken Regenfällen aufgetreten.

Langsame Veränderungen und Extremereignisse mit dem Klimawandel wirken sich auf das touristische Angebot, die Infrastruktur und letztlich die touristische Nachfrage aus. Da Niedersachsen von einer Vielzahl von Landschaften und damit verbundenen touristischen Angeboten geprägt ist, sind die Auswirkungen in den einzelnen Teilregionen unterschiedlich. Im Harz beispielsweise könnte die Attraktivität der Landschaft zunehmend durch Waldschäden beeinträchtigt werden, und wärmere Temperaturen in der Küstenregion könnten das Wachstum von Algen und Quallen begünstigen. Einige Auswirkungen des Klimawandels könnten jedoch auch Chancen bergen. Zum Beispiel können wärmere Temperaturen zu längeren Jahreszeiten und einer höheren Nachfrage nach einigen Angeboten und Regionen innerhalb des Reiseziels führen.

Als treibende Kraft wollen wir nicht nur auf die Risiken des Klimawandels reagieren, sondern vor allem auch die Chancen und Potenziale nutzen, die dieses Thema mit sich bringt. Wir wollen die Anpassung des Tourismus in Niedersachsen aktiv fördern und den Staat weiterhin erfolgreich im Wettbewerbsumfeld positionieren.

sagt Meike Zumbrock, Geschäftsführerin der TourismusMarketing Niedersachsen GmbH

Entwicklung einer Anpassungsstrategie für den Tourismussektor

Die Faktoren, die die Tourismusnachfrage bestimmen, sind vielfältig, und die Auswirkungen des Klimawandels können direkt oder indirekt die Nachfrage nach einer Tourismusregion und bestimmten Tourismusangeboten beeinflussen. Daher zielte TourismusMarketing Niedersachsen (TMN) darauf ab, die Risiken und Chancen des Klimawandels anzugehen. Das Ergebnis eines gemeinsam mit den Regionen durchgeführten Prozesses ist eine Anpassungsstrategie für den Tourismussektor mit einem maßgeschneiderten Werkzeugkasten für jede Region.

Grundlage für die Entwicklung maßgeschneiderter Anpassungsmaßnahmen ist eine umfassende Wissensbasis über vergangene und zukünftige klimatische Veränderungen, einschließlich der Auswirkungen auf touristische Angebote, Infrastruktur und Nachfrage. Daher wurde die Tourismusdestination, die 15 Tourismusregionen umfasst, nach ihren klimatischen und geografischen Merkmalen in fünf Zonen unterteilt (siehe Abbildung 1).

Um Risiken und Chancen im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu identifizieren, entwickelte das Projektteam detaillierte Klimafolgenketten für die Schlüsselkomponenten des Tourismusangebots. Im nächsten Schritt erarbeiteten sie geeignete Anpassungsmaßnahmen, um Risiken zu mindern und Chancen zu nutzen, um die Regionen und Tourismusfachleute im Anpassungsprozess an den Klimawandel zu unterstützen.

Interessenträger aus den Tourismusregionen waren an 15 Online- und Präsenzveranstaltungen, sechs Beiratssitzungen und einer Online-Umfrage beteiligt. Dies erleichterte die Entwicklung maßgeschneiderter Instrumente und Leitfäden für jede Region, mit denen eine wirksame Anpassung an den Klimawandel vor Ort unterstützt werden soll.

Die Toolbox[1] für jede Tourismusregion umfasst:

  • Klima Factsheets (Übersicht der Klimaveränderungen) pro Region
  • Klimafolgenketten (Visualisierung der kaskadierenden Auswirkungen des Klimawandels) auf die verschiedenen Tourismusaktivitäten und -infrastrukturen
  • Anpassungskompass (Navigationshilfe im komplexen Anpassungsprozess)
  • Förderradar (Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Fördermöglichkeiten zur Anpassung)
  • Austausch von Ideen (Beispiele für bewährte Verfahren zur Inspiration)

Darüber hinaus sind Plakate, Informationsblätter zum Umgang mit Extremwetterereignissen sowie Richtlinien und Checklisten für Tourismusakteure und touristische Infrastruktur enthalten.

Darauf aufbauend hat Niedersachsen sein Tourismusförderprogramm aktualisiert. Seit 2023 ermöglicht das Programm auch die Förderung von Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel wie die Anpassung von Tourismusangeboten (einschließlich Infrastrukturmaßnahmen). Ein gefördertes Projekt ist beispielsweise der Nordsee-Reisepass. Ein Projekt, bei dem Gäste in der Nordseeregion Niedersachsen ein Briefmarkenheft erwerben und damit wie in einem echten Reisepass Briefmarken in der gesamten Region sammeln können. Über 200 Standorte in der Region sind am Projekt beteiligt und können besichtigt werden. Der Erlös aus dem Verkauf der Briefmarkenhefte wird in Umwelt- und Naturschutzprojekte in der Region investiert, wie zum Beispiel Pflanzkampagnen, die auch in Zukunft Schatten spenden werden.

Die Anpassung an den Klimawandel im Tourismussektor ist eine herausfordernde Aufgabe, insbesondere da der Tourismus an der Schnittstelle verschiedener Sektoren steht. Da Ursache-Wirkungs-Beziehungen komplex sind und mehrere Faktoren die Nachfrage beeinflussen, bleiben Unsicherheiten hinsichtlich der Auswirkungen des Klimawandels auf Tourismusregionen bestehen. Der Übergang zu einem widerstandsfähigeren und nachhaltigeren Tourismus erfordert von allen beteiligten Partnern ein hohes Maß an Fachwissen, Beharrlichkeit und Flexibilität. Der Klimawandel muss in alle touristischen Konzepte, Strategien und Pläne einbezogen werden, um touristische Angebote und Infrastrukturen an aktuelle und zukünftige Veränderungen anpassen zu können. Darüber hinaus sind Kommunikation und Koordination von zentraler Bedeutung für eine erfolgreiche Anpassung.

Die Entwicklung einer Anpassungsstrategie und eines Werkzeugkastens markiert jedoch nur den Anfang des Prozesses. Ein Folgeprojekt hat begonnen, die Tourismusregionen bei der Umsetzung der Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen. Dazu gehören Beratungen, Workshops und Networking-Events.

Als erstes Bundesland in Deutschland hat Niedersachsen Klimarisiken für den Tourismus umfassend analysiert und Anpassungsstrategien für die Tourismusregionen entwickelt. Das Projekt wurde aufgrund des strukturiertenProzesses und des breiten Instrumentariums mit dem "Deutschen Tourismuspreis" (2. Platz) ausgezeichnet.

[1] Die Ergebnisse können unter https://nds.tourismusnetzwerk.info/inhalte/klimawandel-nachhaltigkeit/klimawandel-und-tourismus/ergebnisse-klimawandel-anpacken/ heruntergeladen werden.

Zusammenfassung

Der Klimawandel wird sich auf den Tourismus in Niedersachsen auswirken. Daher initiierte TourismusMarketing Niedersachsen die Entwicklung einer Anpassungsstrategie für den Tourismussektor, um zukünftige Herausforderungen und Chancen im Zusammenhang mit dem Klimawandel anzugehen. Unter Berücksichtigung der geografischen und klimatischen Gegebenheiten und der touristischen Angebote wurden für jede der 15 Tourismusregionen maßgeschneiderte Toolboxen entwickelt. Das Projekt, an dem die Akteure des Tourismus beteiligt waren, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen, endete nicht mit der Entwicklung der Anpassungsstrategie, sondern umfasste praktische Unterstützung bei der Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen.

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