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See all EU institutions and bodiesUmsetzung struktureller Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel in zwei denkmalgeschützten öffentlichen Parks bei gleichzeitiger Bewältigung der dringenden sozialen Notwendigkeit, nachhaltiges Denken in der Bevölkerung zu fördern.
Wichtige Erkenntnisse
Über die Region

Klimabedrohungen
Von 1881 bis heute ist die durchschnittliche Jahrestemperatur in Niedersachsen um 1,5 ° C gestiegen. Darüber hinaus verschieben sich die Wettermuster, wobei mehr Sommertage Temperaturen über 25 ° C erreichen und weniger frostige Tage mit Temperaturen unter 0 ° C. Extreme Wetterereignisse wie Stürme, Hitzewellen und starke Regenfälle, die Überschwemmungen verursachen, werden häufiger und sichtbarer in den historischen Gärten. Eine unzureichende Wasserzirkulation und eine unzureichende Wasserrückhaltekapazität in den Oldenburger Parks führen dazu, dass Pflanzen unter Über- oder Mangel an Wasserversorgung leiden. In letzter Zeit stellen zunehmende Sturmschäden eine erhebliche Bedrohung für alternde Bäume dar. Diese Veränderungen betreffen vor allem Bäume in beiden Grünflächen, Schlossgarten und Eversten Holz. Regenwasserrückhaltung und Grundwasserauffüllung spielen daher eine entscheidende Rolle bei der Anpassung an den Klimawandel.
Die Anpassung an den Klimawandel ist mehr als nur strukturelle Maßnahmen – sie erfordert einen Bewusstseinswandel. Durch Partizipation, Wissenschaft und kollektives Handeln erhalten wir historische Grünflächen und verwandeln sie in Lernzentren für eine nachhaltige Zukunft.
Saskia Benthack, Projektleiterin und Kuratorin Klimaoasen Oldenburg
Klimaanpassung in städtischen Grünflächen: Klimaoasen Oldenburg Projekt zur Widerstandsfähigkeit von Gartendenkmälern

Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel vor Ort
Die Maßnahmen umfassen die Renaturierung und Revitalisierung der Wasserläufe und Gräben im Schlossgarten und im Eversten Holz, um die Lebensräume und die Wasserrückhaltung zu verbessern und große Mengen an Niederschlag zu absorbieren. Die teilweise Erneuerung der Wege mit durchlässigen Oberflächen erhöht die Infiltrationskapazität, trägt zur Grundwasserbildung bei und erfüllt eine Kühlfunktion.
Viele Bäume, die unter den Auswirkungen des Klimawandels leiden, sind stark geschwächt und mit Schädlingen befallen. Im Rahmen eines klimaangepassten Wiederbepflanzungs- und neuen Instandhaltungskonzepts verbessern alternative Lösungen die Biodiversität und Langlebigkeit beider Grünflächen. Der neue Ansatz nährt die wasser- und kohlenstoffspeichernde Humusschicht und bewahrt die denkmalgeschützten Gärten.
Anpassungsmaßnahmen erweitern und verbessern Lebensräume, um die Biodiversität von Grünflächen zu erhöhen. Adaptive Managementstrategien sorgen für zukünftige Erhaltung, artenreiche blühende Wiesen, optimierte Nisthilfen und vieles mehr.
Strukturelle Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel
- Das Entfernen von Schlamm aus dem Teich und die Schaffung von bewachsenen Inseln reduziert überschüssige Nährstoffe und reinigt das Wasser
- Die Sanierung des Grabensystems verbessert das Wassermanagement
- Renaturierung des Baches verbessert Wasserretention und Biodiversität
- Bahnerneuerung mit wasserdurchlässigen Oberflächen verbessert Retentionskapazität
- Erstellung eines Baumregisters erleichtert Instandhaltungsmaßnahmen
- Die Schaffung eines klimaangepassten Wiederbepflanzungskonzepts unterstützt belastbares Grün
- Die Erweiterung und Verbesserung von Lebensräumen verbessert die Artenvielfalt
In Zusammenarbeit mit der Stadt Oldenburg und der Universität Oldenburg koordiniert das Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg die wissenschaftliche und praktische Umsetzung des Projekts. Mit einem Gesamtbudget von fünf Millionen Euro wird das Projekt durch das Bundesprogramm "Anpassung von Stadtgebieten an den Klimawandel" und die Stadt Oldenburg gefördert.
Das Projekt konzentriert sich auf zwei denkmalgeschützte Gärten, beides staatliche Liegenschaften der Niedersächsischen Landesmuseen Oldenburg. Zur Durchführung der Initiative kooperierte das Landesmuseum mit der Stadt Oldenburg, die für eine Förderung durch den Bund in Frage kommt und diese beantragt. Das Projekt erhielt einen Zuschuss von 4,5 Millionen Euro, wobei die Stadt 500.000 Euro beisteuerte.
Partizipation & Wissenstransfer: Ein einzigartiger Ansatz
Klimaoasen Oldenburg verfügt über einen starken sozialen Anker und nicht über rein strukturelle Maßnahmen wie Wasserwirtschaft und Wiederbepflanzung. Städtisches Grün ist ein natürlicher Raum und ein sozialer Treffpunkt, der das Umweltbewusstsein stärkt und das Engagement der Gemeinschaft fördert. Daher konzentrierte sich das Projekt von Anfang an auf die Bürgerbeteiligung: Offene Dialogformate, Workshops und wissenschaftlich unterstützte Partizipationsprozesse eröffneten einen Austausch über die Bedeutung dieser Orte für die Bürgerinnen und Bürger. Ziel ist es, die menschliche Nutzung des Naturraums enger mit der Sensibilisierung für ökologische Prozesse und die Bedeutung urbaner Grünflächen zu verknüpfen. Die Kombination von wissenschaftlicher Forschung, praktischem Handeln und sozialem Dialog fördert das Klimabewusstsein, schafft Wissen und stärkt das Engagement der Gemeinschaft.
Zur Förderung der Kulturforschung hat das Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg im Rahmen von Erhebungen und Veranstaltungen qualitative Daten über die Nutzungswünsche der Oldenburger Bevölkerung erhoben. Zusammen mit Forschungsdaten der Universität Oldenburg zu Umweltwissenschaften und regionalem Klimawandel bilden diese Daten die Grundlage für interaktive Hands-on-Einrichtungen und ein neues Leitsystem im Stadtwald Eversten Holz. Die Hands-on-Einrichtungen sind Erlebnisstationen oder Freizeitkonzepte, die zum Aktivsein, Entspannen, Spielen oder Genießen einladen, während sie dem Wald und seinen Bewohnern bewusst auf Augenhöhe begegnen. Dieser Tagungsraum informiert über die Bedürfnisse der städtischen Waldökologie, sensibilisiert für natürliche Prozesse und den Klimawandel und steigert das Interesse und die Relevanz der Besucher für diese Themen.
Vielfältige interaktive Elemente für die Umweltbildung, wie eine Klimatour, Citizen Science Formate und erlebnisorientierte Hands-on Stationen, verbinden Lernen, Erleben und Handeln. Diese Kampagne zur mentalen Anpassung an den Klimawandel – die sich auf den psychologischen und emotionalen Prozess der Anpassung an die Realitäten und Auswirkungen des Klimawandels bezieht – schärft das Bewusstsein für den Klimawandel und die nachhaltige Stadtentwicklung und bildet einen zentralen Bestandteil dieses Beteiligungsformats. Der Austausch von Wissen an verschiedenen Orten ist ein wichtiger Bestandteil des Projekts und trägt dazu bei, ein besseres Verständnis und Bewusstsein für die Natur und ihre Bedürfnisse aufzubauen.


Regieren
Die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg unterstützt das Projekt durch wissenschaftliche Forschung zu Umweltbildung und Maßnahmen vor Ort, während das Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg Konzeption und Projektmanagement leitet. Aufgrund der Beliebtheit der Stätten, des starken Interesses der Gemeinschaft an der Erhaltung und der hohen Besucherzahlen konzentrierte sich das Projektteam auf frühes öffentliches Engagement und Kommunikation. Um eine effektive Koordination zu gewährleisten, hat das Team eine eigene Presse- und Öffentlichkeitsarbeitsrolle geschaffen und einen interdisziplinären Lenkungsausschuss gebildet, der sich regelmäßig trifft, um das Projekt zu leiten. Der Ausschuss beaufsichtigt die Staatlichen Museen Niedersachsens sowie die Leitung von Schlossgarten und Eversten Holz und setzt sich aus Vertretern der Universität Oldenburg, des Stadtamtes für Umweltschutz, des Niederen Naturschutzamtes, des Landesamtes für Denkmalpflege, Beratungsgremien wie der Landesbauleitung und des Landesamtes für Bau und Immobilien sowie erforderlichenfalls weiteren Sachverständigen zusammen.
Modellprojekt für andere Städte
Klimaoasen Oldenburg liefert ein Modell, wie Städte auf den Klimawandel reagieren können. Neben der Klimaresilienz der physischen Umwelt durch strukturelle Maßnahmen spielt die mentale Anpassung an das Klima, die es den Bürgern ermöglicht, die erwarteten klimabedingten Veränderungen besser zu bewältigen, eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung eines nachhaltigen Denkens und gesellschaftlicher Ansätze. Innovative lokale Lösungen machen den Klimawandel greifbar – an der Schnittstelle von Aktivität, Naturbewusstsein und Achtsamkeit. Die Kombination von Klimaanpassung, Bürgerbeteiligung und wissenschaftlicher Unterstützung macht das Projekt zu einem Best-Practice-Beispiel für eine nachhaltige Stadtentwicklung für andere Städte und Gemeinden, um von ähnlichen Maßnahmen zu lernen und sie umzusetzen.
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