Erhaltung der kleinbäuerlichen Agrarstrukturen durch Förderung der Zusammenarbeit
Nachhaltige alpine Schafhaltung in Weiz, Österreich
In Weiz spielt die Almwirtschaft eine entscheidende Rolle bei der Erhaltung von Grünland, der Verbesserung der Biodiversität und der Förderung des Tourismus. Sie trägt auch zum Erhalt des kulturellen Erbes der Region bei und zeigt, wie sich die Landwirtschaft durch eine wirksame regionale Zusammenarbeit an den Klimawandel anpassen kann.
Zusammenarbeit: Landwirtegenossenschaften können dazu beitragen, die Arbeitsbelastung der einzelnen Landwirte zu verringern, indem sie Ressourcen bündeln, Zeit sparen und faire Preise aushandeln, was besonders für kleine landwirtschaftliche Betriebe von Vorteil ist. Dies ermöglicht auch ihre Anpassung an sich ändernde klimatische Bedingungen.
Mitgestaltung: Landwirtschaftliche Tätigkeiten sind in hohem Maße in die regionale Entwicklung eingebettet. Die Einbeziehung von Landwirten oder Landwirtevertretern in den Prozess der regionalen Strategieentwicklung kann insbesondere die Landwirtschaft in der Region und eine bessere Vorbereitung auf die Landwirtschaft unter sich ändernden klimatischen Bedingungen fördern.
Schafe als alternative Nutztiere: Im Vergleich zu Rindern reduzieren Schafe die durch den Klimawandel verursachte Bodenerosion und benötigen bei Wasserknappheit weniger Wasser, was sie zu einer guten Alternative für das Weiden in großen Höhen und auf steilen Wiesen macht.
Über die Region
Der Naturpark Almenland Teichalm-Sommeralm liegt in der Steiermark, ca. 50 km von der Landeshauptstadt Graz entfernt. Es ist eines der größten Almgebiete Mitteleuropas, in dem der traditionelle Alppastoralismus vorherrscht. Der Naturpark Almenland Teichalm-Sommeralm gehört zum Bezirk Weiz (Österreich).
Klimabedrohungen
Das Klima in Weiz ist geprägt von heißen, trockenen Sommern und häufigen Stürmen. Der Klimawandel wird voraussichtlich Stürme verstärken, was zu mehr Blitzeinschlägen, Hagel und Überschwemmungen führt, die Boden und Vegetation durch Humusverlust, Erdrutsche und Schlammlawinen schädigen können. Zu den zukünftigen Bedrohungen gehören Dürren, die die Wasserverfügbarkeit und die Futterproduktion beeinträchtigen und den Schädlingsdruck erhöhen. Veränderte Niederschlagsmuster können im Sommer zu schwereren, aber selteneren Niederschlägen und längeren Trockenperioden führen, während Winterregen anstelle von Schnee Weiden destabilisieren und Touristenwege stören kann.
Erhaltung kleiner Teilzeitbetriebe zur Bewältigung von Klimabedrohungen durch eine Genossenschaft
Traditionelle Almwirtschaft prägt den Naturpark Almenland Teichalm-Sommeralm, der eines der größten Almgebiete Mitteleuropas darstellt. Kleine Familienbetriebe und extensive Teilzeitbetriebe dominieren die Region mit 84% in der alpinen Landwirtschaft und Weidewirtschaft. Die Erhaltung dieser kleinen Familienbetriebe ist für die wirtschaftliche Lage und die Nahrungsmittelproduktion der Region von entscheidender Bedeutung und trägt zum Schutz der biologischen Vielfalt bei, wodurch Umweltschocks abgefedert werden. Darüber hinaus profitiert der Tourismus von der Erhaltung der Kulturlandschaft.
Die Schafzucht ist besonders wirksam für die Erhaltung steiler Wiesen, da Schafe weniger Wasser benötigen, leichter sind und im Vergleich zu Rindern ein ausgeprägtes Weideverhalten aufweisen. Ihre selektive Beweidung kann jedoch zu einer Übernutzung bestimmter Flächen ohne ordnungsgemäße Weidebewirtschaftung führen. Um die biologische Vielfalt zu verbessern, ist es von wesentlicher Bedeutung, umfangreiche und durchdachte Beweidungsmethoden wie regelmäßig rotierende Beweidungsflächen einzuführen, die die selektive Beweidung verringern und eine Überdüngung vermeiden, aber zu einer höheren Arbeitsbelastung im Vergleich zu stehenden Weiden führen, auf denen die Schafe das gleiche Grundstück lange Zeit grasen. Während Dürren reduzieren Hitze und knappe Niederschläge das Regenerationspotenzial des Grases und machen eine durchdachte Weidebewirtschaftung noch wichtiger, um die erforderlichen Regenerationszeiten sicherzustellen. Eine extensive Landwirtschaft trägt dazu bei, Klimaschocks zu puffern, wobei artenreiche Wiesen für zuverlässigere Erträge sorgen. In Zeiten der Futterknappheit reduzieren Landwirte Herdengrößen, drehen Tiere durch kleine Weiden oder stellen Humus wieder her.
Von Teilzeitlandwirten bewirtschaftete Flächen, insbesondere anspruchsvolle Flächen wie Almen, laufen Gefahr, durch wirtschaftliche Faktoren verstärkt oder aufgegeben zu werden. Um diesem Trend entgegenzuwirken, helfen Initiativen wie die Genossenschaft "Weizer Schafbauern" den Landwirten, ihre Arbeitsbelastung zu reduzieren, indem sie die Verarbeitung und Vermarktung auslagern und gleichzeitig faire Produktpreise gewährleisten, wodurch das Risiko der Aufgabe minimiert und nachhaltige Bewirtschaftungspraktiken gefördert werden. Die Genossenschaft wurde 1995 gegründet, als die örtliche Molkerei schließen sollte und umfasst nun 150 Schafzüchter als Mitglieder. Ihre Gründung war aus folgenden Gründen für das Überleben der Schafzüchter in Weiz von entscheidender Bedeutung:
a) Die im Genossenschaftsbesitz befindliche Molkerei und der im Miteigentum befindliche Schlachthof ermöglichen die Unabhängigkeit der Landwirte und gewährleisten faire Preise.
b) Die gemeinsame Vermarktung und die Einführung einer eigenen Marke steigerten ihre Marktmacht im Vergleich zu einem einzigen Landwirt.
c) Die Genossenschaft verfolgt eine diversifizierte Marketingstrategie, einschließlich der laufenden Entwicklung neuer Produkte.
Dank der Genossenschaft können Landwirte ihre Produkte direkt an Verbraucher, lokale Restaurants und Lebensmitteleinzelhändler verkaufen, um ihre Arbeitsbelastung zu verringern und gleichzeitig hochwertige Waren und faire Preise zu gewährleisten. Diese Anordnung erhöht die Attraktivität der alpinen Landwirtschaft, trotz ihrer geringeren Erträge im Vergleich zu anderen Produktionssystemen.
Neben der Genossenschaft förderte die Gründung der Almenland-Initiative die Zusammenarbeit zwischen Landwirten, Restaurants und anderen touristischen Einrichtungen und unterstützte so die Lebensfähigkeit der Schafzucht in dieser Region. Diese Initiative bildete auch die Grundlage für die Entwicklung des Naturparks Almenland und trug zum Landschaftsschutz und zum Schutz der biologischen Vielfalt bei.
Eine regionale Gemeinschaftsinitiative zur Förderung der Anpassung an den Klimawandel
Der Klimawandel wird die Schafzüchter in Weiz vor neue Herausforderungen stellen und die Arbeitsbelastung der Landwirte durch notwendige Anpassungsmaßnahmen wie die Beweidung von Mobs erhöhen. Die Möglichkeit, weitere Aufgaben entlang der Wertschöpfungskette an die Genossenschaft auszulagern, wird noch vorteilhafter. Darüber hinaus ermöglicht die Genossenschaft gemeinsame Investitionen in Verarbeitungsanlagen, Photovoltaik und Hackschnitzelheizungen, wodurch die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringert wird. Am wichtigsten ist, dass die Genossenschaft den Wissensaustausch fördert und eine Wissensbasis auf machbaren landwirtschaftlichen Anpassungsmaßnahmen aufbaut. Wie im Projekt MOVING bestätigt wurde, ist der Wissensaustausch von entscheidender Bedeutung, um Alpinbauern bei der Entwicklung und Anwendung angepasster Verfahren zu unterstützen, damit sie den erwarteten künftigen Herausforderungen besser gewachsen sind. Im Rahmen dieses Projekts wurden 23 Wertschöpfungsketten in den Bergen mit lokalen Interessenträgern in Europa hinsichtlich künftiger Entwicklungen, Bedürfnisse und Chancen analysiert, wobei der Schwerpunkt auch auf der Schafzucht und der Lammproduktion in der Region Weiz lag. Die Ergebnisse des Projekts legen nahe, dass weitere Anpassungsmaßnahmen am Produktionsstandort den Aufbau einer Wissensbasis und fachübergreifendes Wissen, die Förderung des Austauschs zwischen Landwirten und externen Experten und die Bereitstellung maßgeschneiderter Beratungsdienste umfassen sollten.
Wir sind davon überzeugt, dass Schafe in unserer Region weiter an Bedeutung gewinnen werden, weil sie durch extensive Landwirtschaft dazu beitragen, die schöne, kleinräumige Landschaft zu erhalten und zu erhalten.
Typical landscape in Almenland region of Weiz. Image Credit: Sandra Karner.
Sheep grazing on an alpine pasture. Image Credit: Sandra Karner.
Zusammenfassung
Die Erhaltung der kleinbäuerlichen Schafzucht in Weiz fördert die Anpassung an den Klimawandel und die biologische Vielfalt und schafft landwirtschaftliche Flächen mit hohem Naturwert. Genossenschaften stärken die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit, indem sie es den Landwirten ermöglichen, hochwertige Produkte zu vermarkten und gegen Marktschwankungen zu puffern, wodurch die Schafzucht attraktiver wird. Diese Praktiken kommen der biologischen Vielfalt zugute, unterstützen regionale Wertschöpfungsinitiativen und fördern den Tourismus. Die Landwirte haben ihr Weidemanagement an die Auswirkungen des Klimawandels auf die natürlichen Ressourcen angepasst. Zukünftige Unterstützung für Kleinbauern könnte Rahmen für den Wissensaustausch, kontextbezogene Beratung und institutionalisierte Bildungsmaßnahmen umfassen.
Weitere Informationen
Die Regionale Gemeinschaftsinitiative Almenland Teichalm-Sommeralm wurde 1995 im Rahmen von LEADER II gegründet. Die lokale Aktionsgruppe umfasste sieben regionale Gemeinden und alle wichtigen landwirtschaftlichen und touristischen Organisationen. Die Zusammenarbeit zwischen Landwirten, Gastronomie und anderen Anbietern von Tourismuseinrichtungen wurde eingerichtet, um die Region durch die Vernetzung verschiedener Sektoren wie Land- und Forstwirtschaft, Gastronomie, Tourismus, Wirtschaft und Kultur zu fördern. Viele regionale Aktivitäten sind in eine gut strukturierte Regionalentwicklungsinitiative (um den Naturpark Almenland herum) eingebettet, und wichtige Akteure und die lokale Aktionsgruppe sind (ziemlich gut) vernetzt. 2014 wurde die Region Almenland LEADER nach dem Motto "Stadtraum trifft alpine Frische" erweitert und mit der Energieregion Weiz-Gleisdorf verschmolzen und umfasst nun 18 Gemeinden.
Landwirtschaft, Schutz der Artenvielfalt, Berggebiete, Kulturelles Erbe
Wichtige Gemeinschaftssysteme
Ökosysteme und naturbasierte Lösungen, Landnutzungs- und Ernährungssysteme, Lokale Wirtschaftssysteme
Länder
Austria
Förderprogramm
Other
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