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Das Ausfüllen eines Klima-Proofing-Formulars ermöglicht die Integration zusätzlicher Anpassungsmaßnahmen aus der Planungsphase privater und kommunaler Planungs- und Baumaßnahmen.

Wichtige Erkenntnisse

Über die Region

Klimabedrohungen

In den letzten Jahrzehnten hat Herne als Teil von Nordrhein-Westfalen einen deutlichen Anstieg der Durchschnittstemperaturen erlebt, mit einer wachsenden Anzahl von heißen Tagen (über 30 ° C) und tropischen Nächten (über 20 ° C). Prognosen zufolge könnten die Durchschnittstemperaturen in Szenarien mit hohen Emissionen bis 2050 um bis zu 2,3 °C steigen (LANUV-Bericht157; Klimaatlas NRW). Herne ist besonders anfällig für Hitzewellen aufgrund seiner dichten städtischen Struktur, die den städtischen Wärmeinseleffekt verstärkt, was zu höheren Temperaturen in der Stadt im Vergleich zu ihrer Umgebung führt. Die Stadt ist auch mit zunehmenden Überschwemmungs- und Starkregenrisiken konfrontiert, wie die verheerenden Überschwemmungen in ganz Nordrhein-Westfalen im Jahr 2021 zeigten, die 49 Todesfälle im Land verursachten. Dürren und sinkende Grundwasserspiegel sind ebenfalls häufiger geworden und tragen zu ökologischem Stress und Wasserknappheit bei.

Klimasichere private Bauarbeiten erhöhen die Widerstandsfähigkeit

Der Herne-Plan zur Anpassung an den Klimawandel dient im Wesentlichen als Verfahrensmodell für die Bewertung von Planungsprojekten mit dem übergeordneten Ziel, die Anpassung an den Klimawandel frühzeitig in die gemeinschaftlichen Planungspraktiken einzubeziehen, anstatt ihn als Nice-to-Have- oder Sideline-Ansatz zu betrachten. Die Stadt Herne setzt die Integration der Anpassung in Planungsprozesse im Stadtgebiet voraus und macht den Klimaanpassungsplan zu einem rechtsverbindlichen Instrument.

Vor der Genehmigung eines bestimmten Gebäudestandorts muss der Stadtrat zunächst intern prüfen, ob im Zielgebiet mit Hilfe der Klimaanpassungskarte Spannungen zwischen Menschen festgestellt wurden. Ist dies der Fall, muss geklärt werden, um welche Art von Konfliktpotenzial es sich handelt. Dazu gehören zum Beispiel Hitzestress, die Verringerung der Lüftungs- oder Kühlfunktion eines Bereichs oder die Erhöhung des Hochwasserrisikos. Anschließend legt der Rat die geeigneten Anpassungsmaßnahmen fest, wie sie im Klimaanpassungskatalog (S. 52) dargelegt sind.

Einbeziehung des Klimawandels in die Raumplanung

Die Umsetzung von Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel ist in der Stadtplanung besonders notwendig, da dies die Möglichkeit bietet, städtische Gebiete so früh wie möglich klimaresistent zu machen. Zu den wichtigsten Handlungsfeldern gehören die Anpassung von Siedlungen, Freiflächen und Infrastruktur.

Die große Herausforderung für die kommenden Jahre besteht nicht nur darin, neben der alltäglichen kommunalen Planung auch Anpassungspläne zur Verfügung zu haben, sondern diese auch in kommunale Planungsprozesse zu integrieren. So bleiben sie nicht nur gut gemeinte Handlungsempfehlungen und hilfreiche Leitfäden, sondern werden etablierte und vor allem verbindliche Bestandteile der kommunalen Planung für die beteiligten Akteure. Abbildung 2 veranschaulicht den Prozess, der die Integration der Klimaanpassung in die Stadtplanung in Herne leitet. Dieser intern entwickelte Rahmen ist obligatorisch und hat sich als wertvolles Instrument zur Unterstützung der Entscheidungsfindung und zur Gewährleistung der Kohärenz erwiesen.

Für die Anwendung des Bewertungsrasters mit den Herne-Checklisten für den Plan zur Anpassung an den Klimawandel, der für alle Planungsprozesse und relevanten Stadtentwicklungsprojekte gilt, gibt es vier Schritte:

Schritt 1: Flächenbewertung zur Priorisierung des Handlungsbedarfs

  • Zunächst muss der Standort des betroffenen Gebiets innerhalb von Herne überprüft werden. Eine mögliche Hitze- und/oder Überschwemmungsexposition bei extremen Niederschlagsereignissen muss in den nachfolgenden Schritten des Planungsprozesses berücksichtigt werden.
  • Dieser Schritt untersucht das Potenzial für Klimakonflikte.
  • Zu den Ressourcen für das Ausfüllen von Checkliste 1 gehören die "Aktionskarte Klimaanpassung" und die "Gefahrenkarte für schwere Regenfälle" für Herne. Weitere thematische Karten aus der Klimaanalyse des Ruhrgebietsverbandes können ebenfalls genutzt werden.

Schritt 2: Projektbewertung zur Priorisierung des Handlungsbedarfs

  • Diese Checkliste untersucht die Art des geplanten Projekts und seine Auswirkungen auf das Klima in Bezug auf Anpassung und indirekt Minderung.
  • Zu den Ressourcen für das Ausfüllen von Checkliste 2 gehören der Entwicklungsplan, Beschreibungen von Bauprojekten oder Ähnliches.

Schritt 3: Durchführung von Maßnahmen

  • Für das Planungsprojekt sollten relevante Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel auf der Grundlage der spezifischen klimatischen Belastungen identifiziert und zusammengestellt werden. Bei der Aktualisierung eines bestehenden Entwicklungsplans muss dieser abteilungsübergreifend überprüft werden, um die Integration geeigneter Anpassungsstrategien sicherzustellen.
  • Je nach Planungsart müssen die Checklisten für städtebauliche Strukturen/Gebäude, für die Entwicklungsplanung (Checkliste 3b) oder für die Grün- und Freiraumplanung ausgefüllt werden.

Schritt 4: Bewertung des Projektumfangs „Klimaanpassung“

  • Der Umfang des geplanten Projektumfangs für die Anpassung an den Klimawandel wird auf der Grundlage der endgültigen Bewertung der Klimaverträglichkeit bewertet.
  • Der Planungsprozess wird politischen Entscheidungsträgern und der Öffentlichkeit vorgestellt und unterliegt einer unterschiedlichen Beteiligung der Öffentlichkeit.

Geplante Projekte, die eine Gesamtpunktzahl von weniger als -6 erreichen, sind nicht ausreichend an den Klimawandel angepasst. Diese könnten durch zusätzliche Anpassungsmaßnahmen korrigiert werden. Wenn das vom geplanten Projekt betroffene Gebiet ein erhebliches Potenzial für Klimakonflikte aufweist, reicht die Kompensation durch Anpassungsmaßnahmen oft nicht aus, um zumindest einen neutralen bis guten Klimaanpassungswert zu erreichen. Das Ergebnis der Prüfung ist politisch bindend. Die Planungsbehörde nimmt die durch den Klimacheck identifizierten Maßnahmen im Planungsverfahren in die Bebauungsplan-Spezifikationen auf und nimmt sie förmlich an. Sobald diese Maßnahmen angenommen sind, werden sie durch einen gesetzlichen Beschluss rechtsverbindlich. So identifiziert der Klimacheck umfangreiche Gründächer und Grünfassaden als zentrale Klimaanpassungsmaßnahmen, die als verbindliche Anforderungen in den Bebauungsplan aufgenommen werden und damit rechtsverbindlich werden.

Förderung der Anpassung an den Klimawandel bei Hausbesitzern

Auf der Grundlage des Plans zur Anpassung an den Klimawandel entwickelte der Stadtrat den „Klima-Check“ für Hausbesitzer. Es ist ein Sensibilisierungsansatz für die Klimarisiken, mit denen die Stadt konfrontiert ist, und die aktive Rolle, die jeder Hausbesitzer bei der Anpassung an diese Risiken übernehmen kann. Um die Widerstandsfähigkeit der Stadt gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels auf lokaler Ebene, insbesondere Überschwemmungen und Hitzewellen, zu erhöhen, beschloss Herne, den Climate Check einzuführen, eine Form der Klimaprüfung. Dies soll Hausbesitzer dazu motivieren, beim (Wieder-)Bauen auf ihrem Grundstück Anpassungsmaßnahmen zu ergreifen.

Für jede Bautätigkeit ist eine Baugenehmigung der Stadtverwaltung erforderlich. Unabhängig von der Art der Arbeit, die Hausbesitzer durchführen möchten, muss jedes Projekt Klimaanpassungsmaßnahmen umfassen, um die Widerstandsfähigkeit zu erhöhen und die langfristigen Kosten zu senken. Um zu beurteilen, wie gut ein Projekt diese Maßnahmen integriert, enthält das Genehmigungsformular eine Checkliste, aus der hervorgeht, welche Anpassungsmaßnahmen der Hausbesitzer durchzuführen plant (Tabelle 1).

Tabelle 1: Überblick über die Bewertung der Klimaverträglichkeit.

Abhängig von den Bauarbeiten bietet der Klimaanpassungskatalog eine Reihe von Maßnahmen, die Hausbesitzer auch auf Gebäudeebene umsetzen können (Seite 103 ff.):

  • Ökologisierungsmaßnahmen: Baumpflanzungen, Dachbegrünung, Fassadenbegrünung (Abbildung 3)
  • Materialien und Farben: Auswahl von hellen Materialien und hellen Farben zur Senkung der Oberflächentemperaturen
  • Umgang mit Überschwemmungen und Starkregen: Regenwasserwiederverwendung, strukturelle Hochwasserschutzmaßnahmen bei Starkregen, bei denen naturbasierte Lösungen nicht möglich sind

Anpassungsmaßnahmen sollten jede Bautätigkeit begleiten, die die Oberflächenversiegelung erhöht, z. B. die Schaffung oder Erweiterung von Parkplätzen, Häusern oder Garagen. Versiegelte Oberflächen absorbieren und speichern Wärme schneller als Grünflächen, ein Unterschied, der besonders an heißen Sommertagen ausgeprägt ist. Dies führt zu höheren lokalen Temperaturen in der Umgebung von Privathäusern, verringert den Komfort und das Wohlbefinden und erhöht die Gesundheitsrisiken. Längere Exposition gegenüber hohen Temperaturen kann zu kardiovaskulären Belastungen beitragen und stellt eine ernsthafte Bedrohung für die menschliche Gesundheit dar.

(Re-)Building-Aktivitäten bieten daher eine wichtige Gelegenheit, Anpassungsmaßnahmen frühzeitig zu integrieren. Bauherren oder Architekten können das Klima-Proofing-Formular bereits in der Planungsphase ausfüllen und dafür sorgen, dass von Anfang an geeignete Maßnahmen einbezogen werden. Das ausgefüllte Formular wird zusammen mit dem Baugenehmigungsantrag eingereicht und vom Stadtrat geprüft.

Die Oberflächenversiegelung oder Flächennutzung verringert in der Regel die Punktzahl eines Projekts um einen Punkt. Jedes Bauprojekt, das Land einnimmt, muss daher Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel umfassen. Jede Maßnahme fügt einen Punkt hinzu, was bedeutet, dass eine einzelne gut gewählte Maßnahme die negativen Auswirkungen der Versiegelung vollständig ausgleichen kann. Die abschließende Bewertung des Projekts basiert auf seiner Gesamtpunktzahl (siehe Tabelle 1).

Die Stadtverwaltung und der Stadtrat haben das Bewusstsein für die Anpassung an den Klimawandel geschärft und ihr Engagement in einem konstruktiven Dialog über Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel intensiviert.


Das Bewusstsein für die Notwendigkeit der Anpassung an den Klimawandel wurde durch die Klimachecks umgesetzt.

Stadt Herne

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