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Finanzielle Beschränkungen werden häufig als Hindernis für die Einleitung und Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen auf lokaler Ebene genannt. Anpassungsfinanzierung und -finanzierung stehen jedoch zur Verfügung und können aus verschiedenen Quellen kombiniert werden - international, EU, national und lokal, öffentlich und privat. Gute Kenntnisse der verfügbaren Finanzierungsmöglichkeiten sind wichtig, um diese Hürde zu überwinden. Die Einbeziehung der Anpassung in aktuelle Planungsprozesse und bestehende Budgets ist ebenfalls eine wichtige Option.

Die Finanzierung der Anpassung bezieht sich auf Gelder, die von öffentlichen oder privaten Einrichtungen (z. B. Stiftungen) unentgeltlich für die Umsetzung eines bestimmten Ziels der Anpassungspolitik oder eines vereinbarten Zwecks, z. B. als Zuschuss, bereitgestellt werden. Eine Rückzahlung des bereitgestellten Kapitals ist nicht erforderlich, es bestehen jedoch spezifische vertragliche Anforderungen, um sicherzustellen, dass die Mittel bestimmungsgemäß verwendet werden. Die Finanzierung hingegen bezieht sich auf die Bereitstellung von Kapital mit späterer Rückzahlungspflicht (Schuldtitel) und in der Regel auf einen "Kosten" - Prozentsatz der Zinsen.  Es wird in der Regel als Darlehen oder andere Art von Finanzierungsinstrument zur Verfügung gestellt, in der Regel von einem Finanzinstitut.

Die Finanzierung der Anpassung auf kommunaler Ebene in Europa erfolgt über mehrere EU-Finanzierungsinstrumente, nationale, regionale und lokale Fonds sowie über internationale Finanzierungsinstitutionen und private Geberorganisationen:

  • Die Anpassung an den Klimawandel ist einer der Schwerpunktbereiche des LIFE-Programms. Im Rahmen des Programms werden Kofinanzierungen für Best-Practice-, Pilot- und Demonstrationsprojekte bereitgestellt, die zur Unterstützung der Bemühungen beitragen, die zu einer größeren Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel führen, insbesondere in städtischen Gebieten.
  • Horizont 2020, das EU-Programm für Forschung und Innovation, zielt darauf ab, 35 % seiner Haushaltsmittel für klimabezogene Forschungsausgaben bereitzustellen. Es erfordert auch die Einbeziehung von Endnutzern und Interessenträgern, was die Türen für die Einbeziehung der Stadt öffnet. Im Jahr 2021 wird Horizont Europa folgen, das auch einen Themenbereich zur Anpassung an den Klimawandel umfasst. Im Jahr 2020 wird eine zusätzliche Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen für den europäischen Grünen Deal mit Themen veröffentlicht, die für die Anpassung an den Klimawandel relevant sind.
  • Die Anpassung an den Klimawandel wird in allen europäischen Struktur- und Investitionsfonds (ESI-Fonds) durchgängig berücksichtigt. Dazu gehört die GAP (hauptsächlich der Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums); den Kohäsionsfonds; den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (insbesondere über INTERREG), den Europäischen Sozialfonds; und dem Europäischen Meeres- und Fischereifonds. Die nationalen Behörden sind für die Verwaltung dieser Mittel in dem jeweiligen Mitgliedstaat zuständig und können um weitere Beratung ersucht werden.
  • Nationale und subnationale Finanzierung: Auf nationaler und subnationaler Ebene können Mittel sowohl für die Anpassungsplanung und -umsetzung als auch für den Sensibilisierungs- und Kapazitätsaufbau oder die Forschung zur Verfügung stehen.
  • Finanzierung durch den privaten Sektor: Der Privatsektor ist ein wichtiger Akteur bei der Anpassung an die Risiken des Klimawandels mit hoher Motivation für Anpassungsmaßnahmen. Die Anpassungsmaßnahmen des Privatsektors werden vorangetrieben durch: a) Werteschutzmotive, wenn private Akteure versuchen, ihre Vermögenswerte und Lieferketten zu schützen, b) Wertschöpfungsmöglichkeiten, wenn der Privatsektor Anpassungslösungen als Geschäftsmöglichkeiten anbieten möchte. Die lokalen Gebietskörperschaften werden daher ermutigt, eine Zusammenarbeit mit dem Privatsektor anzustreben (z. B. durch öffentlich-private Partnerschaften), um die Finanzierung des Privatsektors zu mobilisieren.
  • Die Anpassungsfinanzierung kann auch durch Darlehen von  Finanzinstituten wie der Europäischen Investitionsbank oder der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung ergänzt werden.
  • Kommunale grüne/Klima-/Nachhaltigkeitsanleihen entwickeln sich rasch zu einem Instrument, um Finanzmittel für Anpassungsmaßnahmen in Städten anzuziehen. Die Einrichtung und Emission grüner Anleihen erfordert eine enge Zusammenarbeit mit Finanzmarktunternehmen.
  • Darüber hinaus ist der Versicherungssektor ein wichtiger Akteur des Privatsektors, der Unternehmen und Haushalten Anreize für Investitionen in Klimaresilienz bieten kann.
  • Einige Städte sind Vorreiter bei Crowdfunding- oder privaten Spendenansätzen für die Anpassung, während Bürgerinitiativen Anpassungsmaßnahmen von unten nach oben vorschlagen, die dann an die Gemeinschaft beworben werden, die bereit ist, Mittel für die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen zu spenden oder zu verleihen. So summieren sich kleine Einzelspenden auf beachtliche Mittel, die für die Umsetzung der Maßnahmen ausreichen.
  • Eigenmittel der privaten Haushalte: Privathaushalte sind häufig bereit, die Widerstandsfähigkeit ihres Wohnraums und das Wohlergehen der Familie zu gewährleisten, indem sie ihre Ausgaben und Investitionen anpassungsfähiger planen (z. B. Investitionen in eine bessere Isolierung bei der Renovierung von Häusern oder die Installation von Regenwassersammlungen für die Gartenbewässerung während Dürreperioden). Sensibilisierungs-, Bildungs- und Anstoßanreize sind nützliche Instrumente, um Anreize für Investitionen privater Haushalte zu schaffen. Lokale Behörden in einigen Ländern kehren auch zu Steuer- oder Gebührensenkungsregelungen als Anreize zurück, z. B. zur Senkung der Regenwassergebühren, die sie Immobilieneigentümern in Rechnung stellen, wenn sie ihrerseits in Maßnahmen zur Verringerung des Regenwasserabflusses von ihrem Eigentum in das öffentliche Entwässerungssystem investieren.
  • Darüber hinaus können anpassungsrelevante Finanzmittel über andere sektorale Finanzierungsmechanismen erhalten werden, wobei sie in diesem Fall möglicherweise nicht unbedingt als „Anpassungsfinanzierung“ bezeichnet werden, aber dennoch zu den Zielen der Anpassungspolitik beitragen können.

Flexibilität und eine Kombination verschiedener Finanzierungsquellen sind ratsam, insbesondere in Fällen, in denen spezielle kommunale Haushaltslinien schwer zu sichern sind. Darüber hinaus kann die Inanspruchnahme nichtmonetärer Unterstützung (siehe Schritt 1.8) den Finanzierungsbedarf entlasten.

Beispiele für Städte in ganz Europa, die diese Finanzierungsquellen für die Anpassung erfolgreich nutzen, sind nachstehend aufgeführt und im Bericht der EUA über die Finanzierung der Anpassung an den Klimawandel ausführlich beschrieben. Der Bericht bietet auch einen detaillierten Überblick über die verfügbaren EU-Finanzmittel und Finanzierungsquellen für die städtische Anpassung. Siehe auch Kapitel 5 des EUA-Berichts „Städtische Anpassung in Europa: wie Städte und Gemeinden auf den Klimawandel reagieren, um weitere Informationen zu erhalten.

Die Rubrik Finanzierungsmöglichkeiten des Bürgermeisterkonvents ermöglicht die Suche nach europäischen Finanzierungs- oder Finanzierungsprogrammen, die den Bedürfnissen der unterzeichnenden Städte entsprechen. Siehe auch die Broschüre des Bürgermeisterkonvents "Wie finanzieren Sie Ihr lokales Klima & Amp; Energiemaßnahmen?" und "Innovative Finanzierungsprogramme", die Beispiele für Anpassungsmaßnahmen der unterzeichnenden Städte und Regionen des Bürgermeisterkonvents enthalten. Im Webinar des Bürgermeisterkonvents zum Thema „Finanzierung von Anpassungsmaßnahmen“werden die Finanzierungsfazilität für Naturkapital der Europäischen Investitionsbank und die Erfahrungen der unterzeichnenden Städte mit der Finanzierung von Anpassungsmaßnahmen vor Ort vorgestellt.

Weitere Übersichten über die verfügbaren Anpassungsfinanzierungen in der EU finden sich im Förderbereich von Climate-ADAPT sowie auf der EU-Website für Regional- und Stadtentwicklung.

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